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Thursday, 26 August 2004

Weblogs als Knowledgemangement-Tool

Interessanter Lesestoff bei Martin Roell fuer jeden, der Weblogs kennen und schaetzen gelernt hat und sich nun ueberlegt, ob man damit nicht "mehr" machen kann - vielleicht auch in seiner Firma?! Martin hat seinen Vortrag vom letzten BlogTalk jetzt mal in einer finalen Version online gestellt. Der Titel ist furchtbar lang, aber so viel sei verraten: es geht halt um den Nutzen von Weblogs für das Knowledge-Management.

Das Papier hat mich dazu veranlasst, mal wieder selbst über das Thema nachzudenken und, Ja, ich bin der Meinung, dass Weblogs tatsächlich einen neuen Aspekt in dieses Themenfeld einbringen. Dessen Akzeptanz wird aber tatsächlich durch das immer noch bestehende (Vor-)Urteil "Weblogs sind Online-Tagebücher exhibitionistisch veranlagter Menschen; Igittebäh!" erschert. Gut deshalb, dass es zu diesem Thema mal eine nüchtern, sachliche und gut fundierte Ausarbeitung gibt.

Im Detail ...

Interessant erscheint mir, dass Martins Ausarbeitung, sobald er auf die "Werkzeuge" kommt, mit E-Mail beginnt. Interessant deshalb, weil E-Mail meines Wissens auch noch nicht so lange als Knowledge-Workers-Tool (und nicht als nacktes Kommunikationsmedium) erkannt wurde. Und das zu einer Zeit, da E-Mail an die Grenzen seiner Möglichkeiten stößt (u.a. durch Spam und das bloße, zu bewältigende Volumen) und auch funktional, glaube ich, die Grenzen des inherenten Paradigmas erreicht hat. Siehe auch Nachdenken über E-Mail 2.0, Gibt es noch Rettung fuer E-Mail? und die bedenkenswerten Zahlen bei E-Mail als Opfer des eigenen Erfolgs.

Wer Weblogs kennt, für den liegt auf der Hand - und Martin argumentiert plausibel dafür - dass Weblogs in Kombination mit RSS-Feeds die Schwächen von E-Mail vermeiden/ergänzen und neue Wege aufzeigen können, Informationen in nur leicht strukturierter und damit "sympathischer" Form zu archivieren, zu "sedimentieren" und durch Vernetzen - der Informationen und ihrer menschlichen Träger - "Wissen" daraus zu machen.

Bei seiner Auflistung der "Organisational Benefits" wäre ich aber vorsichtig. Er nennt hier unter anderem:

  • Improving Information Management Systems
  • Locating Experts
  • Social Network Analysis
  • Reducing Misunderstanding
  • Organisational Learning
  • Knowledge Sharing through Storytelling
Vier von diesen sechs Punkten - und, wenn man eine Assoziation zwischen Stprytelling und Case Studies/Best Practices herstellt sogar fünf von sechs Punkten -- kennen die Verantwortlichen aus den Unternehmen sehr gut. Es sind exakt die selben Versprechungen, mit denen die Tool-Hersteller im Knowledge-Management-Umfeld schon seit fünf oder sechse Jahren hausieren gehen. Und die meisten Projekte dieser Art sind böse auf die Nase gefallen.

Ich denke, die Stärken von Weblogs liegen genau da, wo die KM-Tools der Vergangenheit gescheitert sind. Das sie zum einen sehr individuell und informell sein können und andererseits auch Kommunikation und persönliche Vernetzung auf eine neuartige Weise fördern. Diskurs in vernetzten Weblogs "funktioniert" ganz anders - und ist besser für Knowledge-Mining geeignet - als die Diskussionsforen der heutigen, intranetbasierten KM-Plattformen.

Dass Weblogs mehr können, als nur Informationen zu sedimentieren und, zeigt m.E. auch sehr schön, die Tatsache, die ich im Selbstexperiment erfahren habe, dass Weblogs auch andere Formen der Kommunikation - bis zu Face2Face-Kommunikation - deutlich effizienter machen können. Ton Zijlstra hat das mal Personal Presence Portal genannt. (meine eigenen Gedanken dazu: Blogs als Personal Presence Portal und Personal Presence Portals (Blogs) work for me)

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Comments

Nur eine Detailkorrektur: Das ist nicht mein "Vortrag", der da online steht. Andersrum passt es: Ich habe einen Beitrag geschrieben und den auf der Konferenz in einem Vortrag (zu dem es auch ein paar Folien[1] gibt) vorgestellt.

[1] http://www.roell.net/publikationen/distributedkm-slides.shtml

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