Alles kalter Kaffee! - SpOn-Chef über Weblogs
Gerade das interessante Interview mit Mathias Müller von Blumencron (dem Chefredakteur von Spiegel Online) bei onlinejournalismus.de gelesen. Was mir besonder gut gefiel:
Aber so revolutionär sind sie [Weblogs] in vielen Dingen dann auch nicht. Seit es das Internet gibt, gibt es auch interessante Autoren, die mit ihren Homepages im Netz sind; es gibt Kolumnen oder Tagebücher, die vom üblichen Stil etwa einer Tageszeitung abweichen. Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.Wenn 99% von derzeit vielleicht 25.000 aktiven Blogs Müll sind, blieben immerhin 250 gute übrig. (Weltweit hätten wir dann mindestens 20.000 Nicht-Müll-Weblogs). Gar nicht schlecht, oder?
Putzig ist auch immer wieder die Verknüpfung zwischen Weblogs und "Journalismus", der sich Journalisten und naturgemäß auch Magazine wie onlinejournalismus.de nie entziehen können. Kleine Anekdote dazu:
Es war einmal ein Gastwirt aus Westphalen, der fuhr auf Drängen seiner Frau im Urlaub nach Frankreich und musste dort das erste Glas Rotwein seines Lebens probieren. "Hmmmh, das ist aber ein schlechtes Getränk" meinte er "Ich bin ja von Hause aus Pilstrinker. Aber ab und an mal ein Kölsch oder im Sommer ein Weizen lass ich noch durchgehen. Aber das hier? Keine Blume, viel zu wenig Kohlensäure und dann noch warm serviert. Nee, das wird sich in der Gastronomie nicht durchsetzen können ..."Zum Thema "Was ist da schon neu dran?" siehe übrigens auch Kreisverkehr oder "Woran erkennt man Innovation?"
Auch ansonsten ist das Interview wirklich sehr lesenswert und enthält interessante Ansichten aus dem Blickwinkel eines professionellen Journalismus-Managers.

Ach ja, die Herren *Superprofesionell*! Hat nicht ein Bill Gates mal gesagt das Internet wird ein Flop? :)
Posted by: Hans | Wednesday, 27 October 2004 at 12:18
Sorry, will nicht missverstanden werden. Die Titulierung von Müller von Blumencron als "Profi" war NICHT ironisch gemeint. Das ist ein hochintelligenter, manchmal brillanter, engagierter Profi.
Posted by: Markus Breuer | Wednesday, 27 October 2004 at 12:25
Ja Profi. Trotzdem Vorsicht! Es ist nur _eine_ Meinung. Wie das mit den *blühenden Landschaften* u.a. eben. ;-)
Posted by: Hans | Wednesday, 27 October 2004 at 12:52
Haben wir 250 gute, journalistisch wertvolle, bis zu täglich aktualisierte Magazine und Zeitungen da drausssen, die ich ohne Probleme und zum großen Teil kostenlos erhalten kann?
Posted by: Nicole | Friday, 29 October 2004 at 13:46
Ach ja, noch vergessen "Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird."
Selbstverständlich wird es das. Es wird in mindestens dahin verändern, daß Journalisten wieder sauberer arbeiten müssen und besser recherchieren müssen, denn sonst bekommen sie es postwendend um die Ohren gehauen.
Posted by: Nicole | Friday, 29 October 2004 at 13:53