Google Desktop ist da
Jetzt können wir auch unsere Festplatten mit Google durchsuchen. Zumindest mit einer Beta-Version (Achtung, die Downloadserver sind momentan - sicherlich wegen der großen Nachfrage - etwas instabil). Die ist aber so gut, dass ich, glaube ich, ab sofort auf Lookout, die verbesserte Suche für Outlook, verzichten kann. Googles Desktop Search indexiert Office-Dokumente, E-Mails, Textdateien und die Webseiten in der Browser-Historie. Bei PDF-Dateien und komprimierten Dateien werden momentan leider nur die Dateinamen durchsucht. Da ist eindeutig Optimierungspotential.
Meine ersten Experimente machten einen sehr zufriedenstellenden Eindruck. Google Desktop sucht sehr schnell, indexiert sehr langsam (CPU-freundlich; die Indexierung im Hintergrund beeinträchtigt die Arbeit überhaupt nicht) und ist extrem einfach zu bedienen.
Interessant ist, dass Google-Desktop - wie Google - eine Web-Oberfläche besitzt. Die Software beinhaltet einen kleinen Webserver, der auf dem lokalen Rechner läuft und der im Browser nahezu dieselbe Oberfläche bietet wie das "große" Google. Ein Google-Anwender fühlt sich sofort "zu Hause". Das ist auch marketingtechnisch sicherlich ein großer Vorteil. Und nicht nur das. Wenn ich jetzt einen Begriff im Online-Google suche, werden die Treffer auf der lokalen Festplatte gleich mit einbezogen. Praktisch!
Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob die sehr enge Anlehnung an Online-Google in der "idealen Suche" für ein lokales System resultiert. Etwas mehr Informationen über die Fundstelle, optional eine kompaktere, mehr tabellarische oder listenartige Darstellung für schnellen Überblick über viele Suchergebnisse u.ä. wären mir ganz sinnvoll erschienen. Genau wie eine Expertensuche, die Google Desktop-Variante aktuell - anders als das "große" Google - nicht besitzt. Es ist also nicht möglich, die Suche auf bestimmte Datumsbereiche, Ablageorte, Dateitypen o.ä zu beschränken.
Ob das tatsächlich ein Defizit ist, wird die Zeit (oder die finale Version) zeigen. Es mag sein, dass ich solche Features zwar momentan erwarte, weil ich es von anderen Desktop-Suchprogrammen kenne, sie aber in der Praxis nicht wirklich brauche. Zumindest habe ich bei meinen ersten Experimenten auch ohne solche "Verbesserungen" problemlos und schnell alles gefunden, was ich gesucht habe.
Auf jeden Fall ist das der nächste Schlag in der Schlacht mit Microsoft. Wobei ich mich aber frage, ob gerade dieses Schlachtfeld so kriegsentscheidend sein wird, wie manche meinen (siehe auch Wieso Google keine Suchmaschinen-Company ist). Aber das war jetzt ein direkter Angriff auf Microsofts Territorium. Und kein schwacher. Diese Suche schlägt die eingebaute in Windows um Längen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich auf Google's eigenem Territorium die neue MSN-Suche bewährt.
Die Einschränkung mit den PDFs ist für mich ein Killer-Kriterium, da ein Großteil meiner lokalen Bibliothek in dem Format gehalten ist.
Ich habe seit einigen Wochen Copernic Desktop Search hier in der Anwendung, mit welchem ich ziemlich zufrieden bin. Georg hat ein kleines Review dazu verfaaßt gehabt:
http://www.dipl-wirt-inf.de/weblog/archives/000306.php
Posted by: Sencer | Thursday, 14 October 2004 at 21:03
Also das mit den PDF's stört mich auch noch - aber ich vermute mal, dass das ein Problem der Beta ist?
Aber mein Outlook durchsucht er und er zeigt vorallem auch die Mails gleich mit an - im Browserfenster, was ich sehr praktisch finde, da Outlook dazu nicht bemüht werden muss.
Ich bin mal gespannt, wann ich dann Werbung neben meinen gefundenen Dokumenten finde ....
Posted by: Siegfried Hirsch | Thursday, 14 October 2004 at 23:04
@sencer: das mit den PDFs sehe ich als "beta-lücke" an. und es gibt ausser copernic noch diverse andere gute lokale suchmaschinen. mir persönlich ist es dabei völlig wurst, ob die umsonst sind oder nicht. das wird momentan vonb den anwendern brutal überbewertet. (habe mir copernic trotzdem angesehen; gefällt!) das interessante an google desktop ist das verwischen der grenzen zwischen desktop und netz. ein paar sachen sind außerdem wirklich gut gelöst. der indexer zum beispiel ist extrem "höflich".
und die tatsache, dass google desktop eine art lokale server-applikation ist, öffnet basteleien - zumindest an der oberfläche, vieleicht auch darunter - tür und tor. ich erhoffe mir einiges in dieser richtung. siehe http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/08/die_zukunft_des.html
@siegfried: google braucht dir keine werbung neben die lokalen suchergebnisse zu klatschen, um einen profit aus "desktop" zu ziehen. so "platt" denken die nicht. dazu sind die viel zu clever.
das "verweben" von lokaler mit online-suche, das vernetzen der hier wie dort gefundenen informationen und deren nutzung durch einen anwender ist der hebel, die die jungs (und madels) ansetzen. und das wird sich als sehr mächtiger hebel erweisen.
Posted by: Markus Breuer | Friday, 15 October 2004 at 09:13
ihr tester kriegt den hals nicht voll, was?
he mann, das ding ist noch in der beta, und sie finden das ding toll und stellen direkt ihre grossen ansprüche.
das sind genau die leute die schimpfen, wenn die beta nicht zur verfügung gestellt wird, obwohl ein solches tool das sich in der arbeit befindet nicht veröffentlicht wird.
das sind genau die leute, die zu weihnachten einen golf geschenkt bekommen und den schenker ausschimpfen, weils kein ferrari ist, oder zumindest die leistungen des vw direkt mit den albernen ansprüchen an ein auto in der leistung des allerbesten vergleichen.
das google search auch noch geschenkt ist macht dieses anspruchsdenken noch fragwürdiger.
und bei googgle desktop search gibts auch garnichts zu experimentieren. da sind feste vorgaben ein oder aus stichwort eingeben, das wars!
Posted by: tobi | Friday, 04 February 2005 at 11:28