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Wednesday, 20 October 2004

Wenn Architekten wie Webdesigner behandelt würden

... müssten sie mit Briefings wie diesem hier arbeiten

Please design and build me a house. I am not quite sure of what I need, so you should use your discretion. My house should have somewhere between two and forty-five bedrooms. Just make sure the plans are such that the bedrooms can be easily added or deleted. When you bring the blueprints to me, I will make the final decision of what I want. Also, bring me the cost breakdown for each configuration so that I can arbitrarily pick one.

Keep in mind that the house I ultimately choose must cost less than the one I am currently living in. Make sure, however, that you correct all the deficiencies that exist in my current house ...

Lesenswert für jeden gefrusteten Dienstleister nicht nur dieser Branche.

Ich kann mich gut erinnern, dass ich in den Anfangsjahren meiner Firma diese Analogie sogar mit (potentiellen) Auftraggeber dieses Kalibers gelegentlich diskutiert habe. Hilft natürlich nichts. Die Analogie wollte mir nie jemand glauben. Bei einer Website (oder Software) wäre das doch gaaaaanz anders. Und sein/ihr Neffe/Nichte hätte ihm/ihr mal am PC gezeigt, wie schnell und problemlos man alles wieder ändern kann an so einer Homepage.

So schwer es einem manchmal fällt, man muss mit den Kunden leben, die man für sich interessieren kann - und sich freuen, dass sie überhaupt kommen.

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Comments

Der Link zeigt zu einer falschen Adresse. Den Text gibt es z.B. hier: http://www.strauss.za.com/sla/architect_spec.html

Danke, Martin (*rotwerd*),

so geht das, wenn man zu viele Fenster offen hat und Links zwischen diesen hin- und herkopiert (und mangelnde Qualitätssicherung betreibt). Tatsächlich hatte ich den Text aus einer anderen Quelle. Aber so läuft nun mal die "Mem-Drift" in der Blogosphäre.

ich glaube, das "wenn" kann man streichen...
weil es eigentlich schon parallel so abläuft.
und das sicherlich nicht nur bei diesen beiden.

Ich habe in meinem Leben erst vier- oder fünfmal mit "echten" Architekten zusammenarbeiten dürfen und darf sagen, dass ich Dir/Ihnen vielleicht tendenziell zustimme, im Detail aber tatsächlich glaube, dass es bei "virtuellen Produkten" noch etwas schwieriger mit der "Erwartungshaltung" und "Wertschätzung" des Kunden ist. Der Kunde hat da teilweise keinerlei Gefühl dafür, was an Arbeit reingeht und was die wert sein könnte. Er denkt, wenn er eine Seite mal eben schnell in einer Stunde in Frontpage zusammendengeln kann, dass es "nach was aussieht", muss eine Website in 20 Stunden zu produzieren und in Minuten zu ändern sein.

Bei allem Mitleid für die gebeutelten Architekten (meine liebe Frau studiert das gerade wider besseres Wissen) glaube ich nicht, dass ähnlich absurde Vorstellungen bei der Erstellung realer Gebäude herrschen.

Solche doch recht abstrakte Vorstellungen der Kunden sind in der Tat an der Tagesordnung - nicht nur für Webdesigner.

Hier erwarte ich als Kunde jedoch, dass der Berater in der Lage ist, mit mir gemeinsam herauszufinden, was ich eigentlich möchte.

Dass viele Berater dazu nicht in der Lage sind oder sein wollen steht auf einem anderen Blatt; mir scheint hier fehlt eine ausreichende Sensibilisierung.

(Zur Einordnung des oben Gesagten: Ich selbst zähle mich zur Kategorie der Berater, nicht zur Kategorie der Kunden (in diesem Kontext)).

es gibt kunden, die erwarten so etwas von einem "dienstleister" und vertrauen ihm (zu vertrauen gehören immer zwei), solche beratung zu bekommen. es gibt kunden, die sehen den dienstleister als ausführenden lakeien, oder misstrauen (auch das kann versch. ursachen haben) diesem in der form "der >berät< mich ja nur zu seinem eigenen nutzen".

es ist erstaunlich, wie viele (potentielle) kunden nicht in der lage sind, die beziehung zu einem dienstleister als ein partnerschaftliches verhältnis anzusehen und zu verstehen, dass ich als guter kaufmann kein interesse daran habe, meine kunden "über den tisch zu ziehen". eigentlich absurd: denn auch ich als lieferant habe doch ein interesse daran, den lifetime value der kundenbeziehung zu maximieren und nicht das ergebnis EINES projekts. ich habe bei mir persönlich die erfahrung gemacht, dass viele kunden das immer erst "merken" mussten, bevor sie es "glauben" konnten.

ich weiß nicht, woher dieses problem kommt. ich beobachte jedoch in den letzten jahren, dass das spannungsverhältnis eher angespannter wird und denke tatsächlich, dass dafür keine "seite" allein verantwortlich ist. in missgestimmten momenten habe ich den verdacht, dass das daran liegt, dass "geiz ist geil" sich ausbreitet und viele von jedem, der ihnen nicht das billigste angebot unterbreitet, annehmen, dass der sie betrügen will (obwohl diese differenzen sehr viele gründe haben können). in glücklicheren momenten bin ich einfach ratlos.

nach ein, zwei projekten ist es mir aber glücklicherweise meist gelungen, den kunden davon zu überzeugen, dass er ehrliche beratung in seinem interesse von mir bzw. meinen leuten erwarten kann - auch wenn das meinen umsatz in einem projekt mal schmälern sollte. sobald er begreift, dass ich das nicht aus altruismus/menschenliebe sondern aus guter kaufmannsdenke tue - kann er das glauben.

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