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Wednesday, 20 September 2006

Adidas - Wie bringt man eine reale Marke in eine Virtuelle Welt?

Die Frage ist nicht so trivial, wie sie sich zunächst anhört - speziell in Anbetracht der Tatsache, dass die virtuelle Welt, in der ich bevorzugt meine Zeit verbringe, Second Life, prinzipiell nahezu alle Elemente der physischen Welt reproduziert. Andererseits: es gibt dort nahezu keine effektive Möglichkeit in großem Maßstab Werbung zu betreiben - eventuell würde das bei einer Zielgruppengröße von ein paar 100.000 auch nicht viel Sinn machen. Marketing in virtuellen Welten funktioniert (noch) anders.

A3MicrorideUnd die Produkte einer Marke einfach noch einmal in der virtuellen Welt zu reproduzieren, ist nahe liegend - je nach Art des Produkts unter Umständen aber wenig hilfreich. Beispiel: Da die Bewohner dieser Welt keine Nahrung aufnehmen müssen, wären Sie wenig motiviert, eine Dose Cola zu kaufen.

Die Firma Adidas, hat es etwas einfacher; Avatare tragen Kleidung - auch Schuhe. Und man hat sich entschlossen, nicht einfach ein paar Sneakers in 3D-Modelle umzusetzen, sondern tatsächlich versucht, ein Produkt zu entwickeln, dass im Kontext dieser virtuellen Welt einen added Value hat. Ein interessanter Ansatz, der Modell-Character für andere Projekte haben könnte.

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Was Adidas zusammen mit der beauftragten Agentur rivers run red gemacht hat, ist, einen Turnschuh zu entwicklen, den a3 MICRORIDE der nicht nur extrem "cool" aussieht (ja, die Geschmäcker sind verschieden), sondern dem Träger auf Wunsch auch noch einen besonderen Gang verleiht. "Gang" ist eigentlich etwas dezent formuliert: Der Träger bewegt sich mehr oder weniger wie ein Astronaut auf dem Mond in langen, gleitenden Sprüngen dahin. Albern? Ja, aber grundsätzlich eine gute Idee, die das Ziel verfolgt, diese Schuhe zu einem kleinen Kult zu machen. Ihr Preis ist ebenfalls sehr ordentlich: teuer genug, um das ganze nicht zu einem "billigen" (wertlosen) Werbegeschenk zu machen, aber preiswert genug, dass die Anschaffungskosten niemanden abschrecken dürften.

Adidas Advsl

Und natürlich gibt es eine entsprechend gestylten Shop, in dem die Treter präsentiert werden, umgeben von unterschiedlichen "Testflächen", auf denen man ihren Effekt gleich ausprobieren kann.

Ich bin ziemlich gespannt, ob dieser Ansatz funktioniert. Momentan bin ich leicht skeptisch. Die Idee selbst halte ich prinzipiell für sehr vielversprechend. Das Finish in der Ausführung erscheint mir teilweise etwas zweifelhaft. Bei meinem Avatar waren die Sprünge sehr schwer zu kontrollieren und die Landschaftsgestaltung rund um den Shop herum war ... sehr stark Geschmacksache, um es höflich auszudrücken.

Adidas Shopsl

Der - durchaus übliche - Ansatz, das ganze auf eine isolierte Insel fernab belebter Bereiche zu platzieren gab mir ebenfalls zu denken. In der physischen Welt hätte Adidas als Location für einen solchen Shop sicherlich auch keine Insel fernab der menschlichen Zivilisation gewählt. Ich frage mich, ob ein spektakulärer Flagship-Store in einem belebten Einkaufsbereich (die es in Second Life gibt) nicht effektiver gewesen wäre.

Aber das ist eine Frage, auf die es keine vorgefertigten Antworten gibt. Marketing in virtuellen Welten ist heute genau so ein Experimentierfeld, wie es Online-Werbung Mitte der 90er war. Was nicht heißt, dass es besser wäre, zu warten, bis die Experimentierphase vorbeit. Einige der Unternehmen die in den 90ern als erste auf den neuen Marketing- und Kommunikationskanal Web gesetzt haben, sind auch heute noch die erfolgreichsten. Und laut Ankündigung von rivers run red sind Adidas' Projekte in Second Life schon heute auf zwei Jahre hinweg ausgelegt. Genug Zeit, dazu zu lernen.

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Comments

Klingt interessant. Cool wären Schuhe, die einem den Moonwalk verleihen. Dance like it's 1982.

Ne frage weiss den jamend unter was ich Adidas finde in Scoundlife

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