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Thursday, 15 March 2007

Die virtuelle Handelskammer Hamburg in Second Life

Hamburg 002Anläßlich der CeBIT bekomme ich aktuell täglich knapp ein Dutzend Google-Alerts von bahnbrechenden Neuerungen in Second Life. Virtuelle Messestände sind "in" dieses Jahr. Einige der mit Abstand markigsten Aussagen finden sich in der offiziellen Pressemitteilung zur Eröffnung der Hamburger Präsenz in Second Life. Ich will die hier nicht im Detail wiederholen, weil dort vorwiegend über die künftigen (sehr ambitionierten) Pläne berichtet wird. (Und die können natürlich noch wahr werden.) Aber auch schon durch den aktuellen Stand der Dinge läßt sich die Lokalpresse zu Superlativen hinreißen:

Weltpremiere: Handelskammer Hamburg in Second Life
Mit der Internetpräsenz übernimmt die Hamburger Wirtschaft eine Vorreiterrolle bei der Erschließung neuer Kommunikationswege.

Hamburg 001Wer sich dann nach Second Life aufmacht, um dieses Areal zu begutachten, findet eine Art Baustelle vor. Eine große Wiese, auf dieser ein Messestand und dahinter die Fassade eines klassisch angehauchten Torbogens mit ein paar Logos der Handelskammer Hamburg und des Projekts Hamburg@Work daneben. Gebaut von einem Zusammenschluß Hamburger Medienunternehmer in "ehrenamtlicher" Arbeit.

OK, vielleicht sollte man das nicht zu kritisch sehen. Natürlich sehe ich ein, dass man mit ehrenamtlichem Engagement keine Berge versetzen kann. Aber, ob diese Baustelle Hamburger Unternehmen wirklich "interessante und innovative Möglichkeiten, mit Geschäftspartnern und Kunden zu kommunizieren" demonstriert oder ein idealer Ausgangspunkt für den geplanten "SL-Unternehmerrundgang" ist?

Hamburg 004Mich erinnert das fatal an die frühen Jahre des Internets, als ein halbes Dutzend schnell zusammengedengelte HTML-Seiten für manchen Großkonzern "den Aufbruch in die Welt des Internets" bedeuteten - zumindest laut Pressemitteilung. Diese Seiten gammelten dann natürlich meist wirkungslos vor sich hin. Mein Empfehlung im Kundengespräch lautete damals oft: "Wenn wir gemeinsam keine Idee entwickeln können, was Sie spezifisch für Ihr Unternehmen im Web an Informationen und Leistungen anbieten können und wie Sie das mit ihren Geschäften und Kommunikationsprozessen verbinden können ... dann reservieren Sie doch einfach nur die Domain und warten noch einmal ein Jahr oder so."

Das fiel natürlich auf Unverständnis "Wie, Sie wollen keinen Umsatz mit uns machen?" Ich glaube aber trotzdem bis heute, dass es auch in einem neuen Medium Sinn macht, sich genau zu überlegen was man erreichen möchte, was man dafür braucht und, ob man die notwendigen Ressourcen bereitstellen kann, das auch zu tun ...

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Trackback: Hamburg, Virtuell: Handelskammer Hamburg bei Second Life

http://sankt-georg.info/artikel/256/second-life-hamburg-handelskammer-cebit

Markus Breuer über “Die virtuelle Handelskammer Hamburg in Second Life”

Moin,

als überzeugter Hamburger gefällt mir einiges nicht an Ihrem Artikel.

Natuerlich haben Sie Recht....da ist noch nicht viel los...aber ich habe an einem dieser virtuellen Rundgänge teilgenommen und wurde gut betreut und eingeführt.

Mir erscheint das besser, als eine ENBW-Arena, wo der Hund begraben ist (okay, jetzt, mit der neuen Willkommen-Area ist das natürlich klasse...aber lange genug war das Ding ja auch tot.)..oder als ein virtueller Turnschuh-Shop, wo kein Mensch hingeht.

Ich habe den vituellen Cebit-Stand während der Messe besucht und konnte eine interessante Podiumsdiskussion live von der Cebit in Sl erleben, wo ein Avatar, der RL Rechtsanwalt aus England ist, mit seinen Beitragen aus SL auf die Cebit übertragen wurde.

Vielleicht sollten Sie nicht so schnell mit Wettbewerbs-bashing bei der Hand sein.

Aber als ewiger Grantler bin ich sowieso nicht so ernst zu nehmen.

Statlerundwaldorf
(so grantig, das die beiden den Namen geben mussten...(;-))

Moin, Moin!

Ich nehme auch Grantler ernst. Und als Westfale und (2 - 3 Tage die Woche) Wahl-Hamburger tut es mir leid, wenn ich irgendwelche lokalpatriotischen Gefühle verletzt haben sollte.

Ich habe aber in meinem obigen Artikel gar nicht die Idee eines "SL-Unternehmerrundgang" kritisiert oder die Idee, bei Mixed-Media-Events in Avatarform Menschen zusammen zu bringen, die in der physischen Realität weit entfernt voneinander sind. Ganz im Gegenteil: ich halte das beides für ausgezeichnete Ideen!

Ich habe nur gefragt, ob es eine wirklich gute Idee ist, bzw. ob man für solche Aktivitäten einem "Messestand auf einer Baustelle mitten auf einer Wiese" braucht. Und - ich meine das nicht zynisch - so sah es wirklich einen Tag nach Eröffnung der CeBIT aus.

Am Rande: Das Wettbewerbs-Bashing treibt mich nun wirklich nicht um. Wer diese Seiten einmal ein bisschen durchsucht, wird jede Menge lobende Worte über viele Projekte, Menschen und Firmen finden; letztere meist "Wettbewerber".

Und es freut mich, nun endlich einmal mit Statler und Waldorf, die ich seit 30 Jahren verehre, in Kontakt getreten zu sein.

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