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Wednesday, 28 March 2007

Sponto sagt wie's ist: Second Life bleibt spannend

SpontoNach ersten oberflächlichen Berichten ist Spiegel Online inzwischen wirklich eine der objektivsten Quellen des klassischen Journalismus, was die Berichterstattung über Second Life angeht. Auch Sponto, die "Embedded Reporterin" der Redaktion, bekommt momentan natürlich jede Menge Kritik von diversen Second-Life-Nörglern zu hören. Und das nervt Sponto - so sehr, dass der wöchentliche SL-Artikel in Spiegel Online diesmal direkt auf die selbsternannten Hype-Warner eingeht:

SL ist technisch nicht ausgereift (aber ausbaufähig), nicht allzu benutzerfreundlich und bei weitem nicht so groß, wie Linden Lab das die Welt gerne glauben machen möchte. [...] Aber: Es ist die bislang konsequenteste, weil flexibelste und freiste Variante dessen, was eines Tages vielleicht das ganze Internet sein wird.

Eine begehbare, endlos modifizierbare, multimediale 3D-Welt nämlich, in der Nutzer Dinge, Funktionen und sogar soziale Systeme erschaffen, die es sonst nirgends gibt. In der global diskutiert, Kunst erschaffen, Identität neu definiert und kompletter Blödsinn angestellt werden kann. Menschen mögen Körper, und die hat das normale Netz im Moment fast nur unbekleidet anzubieten.

Deshalb ist SL sogar extrem interessant: Es ist eine Teststrecke für das, was eines Tages vielleicht sein wird, ein Labor, in dem man die Mechanismen, sozialen Gefüge und emergenten Strukturen eines solchen Biotops beobachten kann (und nebenbei äußerst unterhaltsame Dinge erleben). [...].

Das erfährt man allerdings nur, wenn man sich länger dort aufhält, als die inzwischen vielzitierten 15 Minuten, die es ein vernünftiger Mensch dort angeblich höchstens aushält [...]

Recht hat Sponto, wenn die Erkenntnisse auch nicht unbedingt neu sind. Ein großer Teil der Second Life Anwender weiß das schon lange. Aber wieso hat Sponto das - als einer der ganz wenigen Journalisten - ebenfalls erkannt? Ganz einfach: weil Sponto sich als einer der ganz wenigen Journalisten wirklich nach Second Life begeben hat, sich darauf eingelassen und Beziehungen zu realen Anwendern aufgebaut hat - und sich nicht einfach davor gestellt und das ganze als große Freakshow bedauernswerter Verhaltensgestörter beglotzt. So sollte Journalismus eigentlich immer stattfinden, oder?

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